Cover picture of Norbert Krueler aka Shamall from his latest release "Schizophrenia"

Musikzirkus Magazin: „Questions of Life“

Norbert Krueler aka Shamall, dessen erste Produktionen Ende der 80er im Stile der elektronischen Musik gehalten waren, hat sich mittlerweile in die Richtung des Prog- und Melodicrock mit Anleihen an Pink Floyd, Eloy etc. entwickelt. Im Jahr 2006 erschien mit „Ambiguous Point Of View“ sein bisher bestes Werk. Neben der wirklich herausragenden Musik waren auch das Artwork und die Verpackung vom Feinsten. Nicht leicht, einen wรผrdigen Nachfolger zu schaffen.

Zwei Jahre hat sich Norbert fรผr sein Album Zeit gelassen. Es ist eine Einzel-CD geworden, die zwar nicht so aufwรคndig gestaltet wurde, aber dennoch in einem sehr ansprechenden Digipack mit 12-seitigem Booklet daher kommt. Musikalisch, und das ist ja schlieรŸlich das Wichtigste, macht er auf seiner neuen CD „Questions Of Life“ da weiter, wo er auf „Ambiguous Points Of View“ aufgehรถrt hat. Wie schon bei seinen letzten Alben hat Shamall auch das neue Werk, bei dem es um die Fragen nach dem Leben geht, wie ein Konzeptalbum aufgebaut. Die 18 Stรผcke der CD gehen nahtlos ineinander รผber und sind auch musikalisch/thematisch sehr eng miteinander verbunden, so dass man die CD schon als ganzes betrachten muss.

Los geht es mit dem fรผnfteiligen „What Will Happen“. Zunรคchst sehr elektronisch, aber schon an Pink Floyd erinnernd, startet Part I . Da machen sich sofort diese herrlichen Melodien und einschmeichelnden Sounds breit, die man von Shamall kennt. Das sorgt schon zu Beginn fรผr Gรคnsehautfeeling. Neben den Flรคchen kommt dann die E-Gitarre zum Einsatz, die auf dieser CD klar die Oberhand behรคlt. Das klingt dann sehr proggig und auch rockig. ZugegebenermaรŸen sind Norberts Stimme und sein Akzent schon etwas gewรถhnungsbedรผrftig, รคhnlich der von Herrn Bornemann bei Eloy, doch wenn man sie erst mal in Ruhe auf sich hat wirken lassen, dann brennt sie sich fรถrmlich ein, denn sie passt gut zu der Musik. Sehr gut gefรคllt mir auch wieder das ausgefeilte Drumprogramming. Das zeigt, dass Shamall neben hervorragenden kompositorischen Fรคhigkeiten auch ein ausgezeichnetes Rhythmusgefรผhl besitzt. Neben neuen Sounds nutzt Shamall auch immer die warmen Synthieklรคnge der 70er und 80er Jahre, bei denen man sich als Rockfreund sofort zu Hause fรผhlt.

Der Wechsel zwischen ruhigen und druckvoll rhythmischen Momenten ist ebenfalls gut gewรคhlt, auch werden Melodielinien erneut aufgenommen und in anderer Form eingeflochten, was aus der CD ein sehr kompaktes Werk macht. Stilistisch tauchen einige ร„hnlichkeiten zu Pink Floyds „Division Bell“ auf. Aber auch Anleihen an frรผhere Alben wie zum Beispiel bei „Prospective Waves“, „Life Part II“ oder „Running And Falling“, die auch von „The Wall“ stammen kรถnnten oder bei „Exegesis“, das zum Ende mit seinem Moogsound an Pink Floyds „On The Run“ vom Jahrhundertalbum „Dark Side Of The Moon“ erinnert, tauchen auf. Und in „Resurge“ klingt das Keyboard ein wenig nach „The Who“ zu ihrer „Who Are You“-Phase.

Und trotz alledem haben wir es nicht mit einem Floyd-Clone zu tun, sondern mit einem Musiker, der genรผgend eigene Ideen in seine Musik einbringt. Mit „Questions Of Life“ ist Shamall ein gelungener Nachfolger fรผr sein Hammeralbum „Ambiguous Points Of View“ geglรผckt.

Wer sein 2006er Werk mochte oder auf Pink Floyd steht, der wird auch das neue Album fรถrmlich verschlingen. „Questions Of Life“ kann ich daher uneingeschrรคnkt empfehlen, es wird in meiner Sammlung (wie schon der Vorgรคnger) wieder einen besonderen Platz einnehmen. Tolles Werk, das jetzt schon zu den Topalben des Jahres gehรถrt!!!!

c/o Musikzirkus Magazin, Stephan Schelle, Juli 2008


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